Neubau Mehrzweckhalle Bünt, Berneck (SG)

Das Projekt ist eine Verschmelzung von zwei Faktoren: Einerseits die bewusste Addition von Baukörpern, welche das neue Volumen in der Gliederung des dörflichen Charakters weiterentwickelt. Andererseits das Aufbrechen des Hanges, als direkte ebenerdige und erschliessende Verbindung von Kirchgass und Städtlistrasse, womit die bestehende Geländekante zwischen Schulhaus Kirchgass und Altersheim sichtbar und erlebbar gemacht wird. Zudem lassen die addierten Baukörper den Hang transparent über die Büntstrasse durch die neue Anlage zum Altersheim fliessen und erlauben eine natürliche Belichtung des Neubaus.

Durch das unterirdische Anlegen sämtlicher Räume vermag das sichtbare Volumen der Mehrzweckhalle die beiden vorhandenen differenten Charaktere der Umgebung (Solitärbauten, dörfliche Baustruktur) selbstverständlich verweben und respektvoll unterstützen (geschütztes Kulturobjekt). Die sichtbare Höhe und die Feingliedrigkeit der neuen Mehrzweckhalle übernehmen diese Aufgabe und bringen sie formal zum Ausdruck.

Das Einfügen der topografischen Kerbe im Hang (als begehbarer Erschliessungs- körper) wird räumlich markant als Foyer sichtbar. Diese Kerbe entwickelt sich dynamisch zum Haupteingang der Mehrzweckhalle und leitet den Schulbetrieb über den neu geschaffenen Platz (städtische Begegnungszone). Die Mehrzweckanlage lässt einen neuen Hof zum Altersheim entstehen, wobei eine Trennung zwischen öffentlicher und privater Nutzung durch die Anlegung von künstlichen Terrassen subtil erzielt wird. Die bestehende Topografie wird von der Terrassierung übernommen und natürlich definiert.

Die sichtbar additiven Baukörper, in Form von massiven Bügeln und dazwischen- liegenden Glasflächen, verankern die Mehrzweckanlage optisch im Erdreich und lassen den Eindruck von Kondition und spielerischer Leichtigkeit erahnen. Die Materialisierung aus einheimischem bruchrohem Naturstein lässt die Mehrzweckhalle mit der Umgebung verschmelzen. Die Verglasung zwischen den Bügeln gewährleistet die Durchsicht und die natürliche Belichtung der Mehrzweckhalle.

Projektwettbewerb 2004